Winnenden – Amoklauf

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Winnenden – Amoklauf
 
 
„Mit dem Tod seiner Eltern
verliert man ein Stück
seiner Vergangenheit,
mit dem des Partners einen Teil
seiner Gegenwart,
mit dem seines Kindes einen Teil
seiner Zukunft.“
 
Antoine de Saint-Exupery
 
Und genau das ist es was bei
Schulmassakern so schrecklich ist…
vielen Eltern und anderen
Angehörigen wurde durch eine
absolut sinnlose Tat mit einem
Schlag ein Teil der Zukunft geraubt…
und deshalb ist Anteilnahme sehr,
sehr wichtig…
Mein Arbeitskollege, den ich und
auch andere aus meiner Station,
Freitagabend letzte Woche besucht
haben, bevor er mit seiner Familie und
seinem toten Sohn Ibrahim im Sarg,
Samstag morgen in den Kosovo flog,
sagte mir zum Abschied:
„Klaus, ich bin stolz und glücklich mit
so Menschen wie euch zusammen-
arbeiten zu dürfen. Eure Anteilnahme
gibt mir sehr viel Kraft…“
Shemsi, und ich bin stolz mit so
einem Menschen wie mit dir zusammen
arbeiten zu dürfen!
 
 
BlickaufKosovoDejanKnezevic.jpg picture by HavenWhite
 
Bild: „Blick auf Kosovo“ von Dejan Knezevic
 
 
Das folgende Bild zeigt die
Jakobslinde in Winnenden, nur ein
paar hundert Meter vom Tatort
entfernt…wäre der Täter nur den
Jakobsweg gegangen. Eine innerliche
Einkehr hätte ihm gut getan!!!
 
WinnendenRainerSwitala.jpg picture by HavenWhite
 
Bild: Winnenden von Rainer Switala
 
 

»

  1. Es ist schon aus der Entfernung sehr schlimm mit anzusehen. Habe die Woche so viele Bilder im TV gesehen und mehr als einmal heulen müssen beim Anblick der Kinder, die dabei waren und gar Freund oder Freundin verloren haben. Es ist so unglaublich, dass man es sich kaum vorstellen kann, dass es harte Realität ist. Wie schlimm muss das alles erst direkt vor Ort sein und wenn man so wie du direkt mit Betroffenen verbunden ist. Musste die Tage öfter an dich denken und hoffe, dass es dir einigermaßen geht.

  2. ja es ist grausam,…wieviel leid und kummer wäre allen erspart geblieben, wenn er doch diesen anderen weg gegangen wäre!mein beileid all den betroffenen, von opfer und täter. ihr leben wird nie wieder so sein wie es einst war.

  3. Ein 17jähriger Jugendlicher auf dem Jakobsweg – allein, daß er noch nicht volljährig war und seine Elltern eifrig bemüht sind, das Aufkommen von Gerüchten über eventuele psychische Probleme kleinzuhalten spricht dagegen, daß ihm diese Chance zu seelischem und körperlichen Überschreiten seiner beengenden Grenzen zu ergreifen, erlaubt worden wäre. Nach allem, was ich gelesen habe, vermute ich nur, daß dem jungen Mann diesen Weg zu gehen hätte helfen können – in Begeleitung seines Vaters …ohne die innerfamiliären Verhältnisse zu kennen, werde ich mir nicht anmassen, dazu mehr zu schreiben, sondern auf persönliche Familiengeschichte zurückgreifen: als mein Vater vor einigen Jahren gestorben ist, haben wir beim Ausräumen seiner Sachen eine so große Anzahl von Schuß- (legal ohne Waffenschein erwerbbare), Stich- und Hiebwaffen über das ganze Haus verteilt gefunden, daß uns erst da das Ausmaß dessen bewußt wurde, was ihn an Ängsten sein Leben lang begleitet haben mußte. Seine letzten Tage im Krankenhaus waren leidvoll, weil er sich unter Einfluß von Medikamenten und seiner Krebserkrankung von allen bedroht gefühlt hatte – eine Kriegskindheit … Manche haben nur ihren eigenen "Krieg" erlebt und btrauchen Waffen um sich herum, um das Gefühl zu haben, sich und die Menschen, die zu ihnen gehören, verteidigen zu können. Darum gilt mein Focus in solchen Fällen auch den Eltern dieser Kinder, die an ihrem Leben so verzweifelt sind, daß sie derartige Befreiungsschläge inszenieren, als wären sie Akteure in einem PC-Spiel. Ich glaube nicht, daß Spiele das Motiv dazu geben – sie verstärken und bestätigen vermutlich "nur" innere Bilder. Den Jakobsweg würden solche Menschen nie wagen, allein mit Rucksack und ohne eine Waffe darin.

  4. Puzzle, du hast natürlich Recht…das mit dem Jakobsweg war auch eher bildlich gemeint…meine kleine Tochter, die seit heute bei mir ist, hat das ganze ja auch irgendwie mitgekriegt, kein Wunder bei einer heulenden Schwester, die eine ihrer besten Freundinnen verloren hat, dieser kleine Mensch hat heute von sich aus das Thema angesprochen…obwohl ich erst gar nicht so richtig darauf eingehen wollte…aber als sie dann sagte…Ja, Papa, hast du das nicht mitbekommen…hab ich ihr dann doch gesagt…so in ihrer Sprache…"ja du Hanna, der war voll blöd…voll doof…der war krank im Kopf…" darauf sagt sie…: Du Papa, soll ich dir mal was sagen…aber das hab ich jetzt nicht von der Mama, auch nicht von der Anne, (ihrer Schwester, aus erster Ehe meiner Ex), auch nicht vom Steefi, (Lebenspartner meiner Ex), das kommt von mir…" Ich dann…"Ja Hanna, sag es mir" …Du, Papa, das war ein ARSCHLOCH!" meine kleine Tochter…grad mal 7 jahre alt…Ich hab dann gesagt…"Hanna, ich geb dir vollkommen Recht…ich stimme mit dir vollkommen überein…das war ein ARSCHLOCH!" (Sieht so aus als ob Arschloch das allergrößte Schimpfwort in ihrer Welt ist…)Das mit deinem Vater kann ich nachvollziehen…viele dieser Generation waren traumatisiert…und haben nie darüber gesprochen…puuhh, wenn ich da an die Bevölkerung des Iraks , Afghanistans und an den Gazastreifen denke…schlimm, schlimm, schlimmÜbrigens habe ich vor nächstes Jahr 2 Wochen auf dem Jakobsweg wandern zu gehen…

  5. Ich traure auch mit. Es ist ganz schlimm und immer noch nicht zu fassen. Es wurde auch so viel darüber berichtet und geschrieben (zu Recht!), ich weiß ehrich gesagt nicht, was ich noch schreiben soll. Umso mehr geht es mir jetzt unter die Haut, wenn ich lese, daß das Kind eines Arbeitskollegen von Dir auch Opfer wurde. Ach Whiteheaven, etwas mehr Frieden, Rücksicht und Menschlichkeit untereinander …. (denn eins ist doch klar, es waren nicht alleine die PC-Spiele, der Schützenverein oder das Mobben, was ich persönlich absolut assozial finde) … man kann es einfach nicht fassen. LG Brigitte

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