Sprechen über von der kleinen Lokomotive Deutschland

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Zitat aus Jamixxx Space

von der kleinen Lokomotive Deutschland

Merkel-Märchen 7: Merkelwürdiges Märchen von der kleinen Deutschland-Lokomotive


Einen schönen guten Abend, verehrte Märchenkenner,

wieder einmal tief in unser neues Märchenbuch “Jahresbericht 2006/2007” geguckt, möchte ich euch heute von der Lokomotive Deutschlands erzählen, die unser schönes Märchenland durchzuck(el)t und illustre blaue Wölkchen vielversprechend in die Luft pafft – nichts als heiße Luft! höre ich hier einige rufen, doch wartet ab, das Merkel wird’s uns allen erklären, wie es in Wahrheit ist und was sich zugetragen…

Merkelwürdiges Märchen
von der kleinen
Lokomotive Deutschland

Reförmchen auf Sand gebaut
Auf dem Kapitel-Vorblatt des Abschnitts “Reformen für mehr Wachstum und Beschäftigung” kann man sogar sehen, wie groß das Wachstum ist. Man beachte den jüngeren Herrn rechts im Bild. Sein Gegenüber guckt – so wie wir alle – recht skeptisch.


Soooo groß isser…!

Die goldene Gans zum "Essen" eingeladen
Im Hintergrund dezent ein Automobil. Was will uns das wohl sagen? Dass Wolfsburg , Stuttgart, Sindelfingen dahinter stecken? Ja sicher – jetzt versteh’ ich die Botschaft erst. Unser mageren Wachstumsraten im Inland sind auch unserer umwelttechnisch sehr innovativen Automobilindustrie zu verdanken. Demnächst werden wir uns mit der “minderen” Hybrid- und Wasserstofftechnik der Chinesen begnügen müssen. In der Übersetzung technischer Handbücher (aus China und anderen asiatischen Ländern) sind war seit Beginn der Computer-Ära geübt. Ja, das Innovative an uns Deutschen ist unbestritten, dass wir Denker sind und gute Ideen haben, von denen leider hierzulande keiner so recht überzeugt ist – erstmal. Deshalb verkaufen wir alles ans Ausland (ha, ha, saugutes Geschäft gemacht!) und “prüfen” erst, ob sich das Ganze lohnt. Wenn es sich dann lohnt, kaufen wir’s denen einfach wieder ab – oder noch einfacher, wir lassen’s uns klauen, das spart unnötige Bürokratie, die wollen wir ja gerade immens abbauen.

Märchen aus alter Zeit – stets bewährt
Unter großen Lettern dann “Sanieren, Reformieren, Investieren” – die drei magischen Worte mit denen alles gut werden wird. “Deutschland kommt voran: Mit der Wirtschaft geht es aufwärts, die Arbeitslosigkeit sinkt, ein ausgeglichener Staatshaushalt ist in Sicht. Der Konjunkturmotor läuft wieder rund. … Deutschland ist vom “Schlusslicht” wieder zur “Lokomotive” Europas geworden.” heißt es. Das erste, dass es mit der Wirtschaft wieder aufwärts geht, stimmt im weiteren Sinne, wenn man sich die vollenTaschen der Unternehmen ansieht, die ihre Gewinnzahlen durch Entlassung ihrer Mitarbeiter gründlich saniert haben. Bei denen geht’s vor- und somit aufwärts. Da ist was Wahres dran.

Die sinkende Arbeitslosigkeit – und hier ist dem Korrekturleser echt ein Fehler unterlaufen – wäre auch gänzlich wahr, wenn man das “ig” und das “keit” gegen “enzahlen” ausgetauscht hätte. Das Wunder hat – wie wir alle inzwischen wissen dürften – das sonderbare Handling der Statistik vollbracht. Der ausgeglichene, in Sicht befindliche Haushalt, der uns immer und immer wieder vorgekäut wird, den aber im eigentlichen Sinne gar niemand so recht von UNS braucht, weil er nur den Unternehmern und Monoplisten zugute käme, ist also eher etwas unwirklich für uns.

Formula 1 und Brummen in den Ohren
Und nun kommts, das Merkel wählt altbekannte Worte aus einer Zeit als der braune Mann in den Sümpfen Deutschlands noch seine Keule schwang. Der hatte damals auch einen “Motor” benutzt, um gut voranzukommen – ist ihm, soweit ich weiß, ganz gut gelungen. Warum stehen wir Deutschen so auf Motoren? Kann mir das jemand beantworten? Wieso spannen wir Motoren vor unsere Kutschen, während andere auf Zugpferde schwören? (grübel, grübel) Ach, ich hab’s! Motoren laufen selbständig – Denken und lenken muss man entschieden weniger, nicht wahr?! Und Zugpferde hammer gerade keine.

Die kleine Lokomotive
Neben dem Motor wird noch ein anderes ZUGkräftiges Symbol heranzogen – die gue alte deutsche Dampflokomotive…. sch…sch…sch…schiebt sich ins deutsche Gemüt – kraftvoll, ebenfalls bewährt und ganz Europa hängt hintendran. So hätte man’s gerne. Leider geht dieses Gleichnis nicht ganz auf, weil wir oft im Schlafwagen unterwegs sind und uns im Speisewagen aufgrund der horrenten Preise nicht mehr blicken lassen können, weil wir eine Butterstulle mitgebracht und unser Geld für die teuren Fahrkarten benötigt haben.

Apropos “Lok” als Lockmittel: Die einen verkaufen unser Eigentum “Deutsche Bahn” dem Privatbesitzer, während die andern Profilierungsschwebebahnen bauen, die keiner braucht. Sch…sch…schizophren! Vorne fahren das Merkel und Kasper Münte im Führerhäusel und suchen verzweifelt – aber vergebens, weil ja Lokomtove – das Steuerrad. Eigentlich brauchen die das aber nicht, weil ein Ding, das auf den von den Wirtschaftsbossen festgelegten Schienen fährt, gar kein Steuer mehr benötigt. Festgefahren! So bummeln das Merkel Knopfleiste nebst Münte wie Jim und Lukas durch die Pappnasenlandschaft und bemerken genau wie die zwei Helden der Augsburger Puppenkiste überhaupt nicht die Fäden, an denen sie hängen. Sch…sch…sch….schöne Schei…

Die sieben fetten Jahre
(blätter, blätter) Die Seite 9 präsentiert uns eine seltsam mystische Maschinenansicht (halbfertig!), an der zwei Männlein so tun, als hätten sie gerade Wichtiges und Vieles dran zu tun. Darunter steht:
“Der Aufschwung verstärkt sich” – dazu hatten wir ja bereits einiges in den vorangegangenen Märchen gehört. “Deutschland erlebt den stärksten Aufschwung seit sieben Jahren. Die Wirtschaft läuft auf vollen Touren. ….Und dieser Aufschwung ist kein Strohfeuer.”

ui, das ist aber mal jetzt sehr unglücklich gewählt, finde ich. Ich meine das mit den sieben Jahren…. (rätsel, rätsel) Haben wir da nicht ebenso altbewährte Sprüche auf Lager? Den mit dem verflixt und so. Na ja, dann unke ich jetzt mal ein wenig dagegen und sabotiere das mit dem Vergleich, dass es vor mehr als fünfzig Jahren einen noch stärkeren Aufschwung zu verzeichnen gab und danach wieder – nämlich in den 50ern. Und wenn ich mir jetzt ein wenig Mühe, bin ich sicher, dann finde ich noch eine ganze Menge mehr Daten, an dem man das hätte locker behaupten können – falls wir denn einen echten Aufschwung hätten.

Dieser jedoch stammt aus zurückgehaltenen Investitionsgeldern – also Geldern, die man sich während der Schröder-Ära ganz einfach gespart hat (im doppelten Wortsinn!) und nun ausgibt, was die Wirtschaft ein bissel – nur zur Erfolgsbestärkung der CDU/CSU und unser aller Kanzlerine – ankurbelt. Dass die Wirtschaft eher eine Christenpartei vor der Nase hat, ist ebenso altbekannt. Dass die beiden aber nicht so viel ür uns “aufschwingen” ebenso. Dass am Ende des Absatzes noch “kein Strohfeuer” gebraucht wird, scheint mir eine sehr merkelwürdige Verdoppelung, die einer benutzt, der eher unsicher ist, was den ganzen “Aufschwung” angeht.

In Absatz zwei wird davon gefabelt, “Sie haben weniger Angst vor einem Arbeitsplatzverlust als noch vor zwei Jahren. Sie konsumieren wieder mehr.” Sie – damit sind nicht nur WIR Arbeitslose gemeint, sondern die arbeitenden Menschen. Wir brauchen ja keine Angst mehr um einen Arbeitsplatz zu haben, höchstens davor, dass wir keinen mehr kriegen. Die andern, die noch einen haben, haben sicher mehr Angst krank zu werden, denn die Krankmeldungen sind ja enorm zurück gegangen – und das liegt sicher nicht an der anderen Reform. Die mit der Gesundheit, mein’ ich. Nee, wozu Angst haben, dass man derzeit seinen Job loswird? Dass wir mehr konsumieren könnte echt stimmen. Jedenfalls bemerke seit September vermehrt Hamsterkäufe – woran das wohl liegen könnte?

Das Wichtigste kommt jedoch zum Schluss, meine lieben Freunde, damit ihr’s auch ja nicht vergesst! “Das Wichtigste ist aber, dass die Beschäftigungssituation sich grundlegend zum Besseren gewandelt hat.” Ja, das ist allerdings mehr als wahr! Vor allem für die Unternehmer.

Ich möchte auch Unternehmer werden – und was unternehmen, das lohnt sich ja geradezu, nicht wahr?! Allerdings weiß ich noch nicht so genau, was? Aber s’wird echt Zeit, was zu unternehmen, nicht wahr?

Eine mehr oder minder unternehmenslustige Nacht wünsch‘ ich

Hrtzbeat

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