Das Gerede von der Leistungselite…

Standard
 
Gestern im Fitnessstudio hab ich während dem Fahradfahren den Stern Ausgabe 4.10.07 mir angeschaut und da ist mir auf Seite 94 (früher wäre beim Stern so ein Artikel als Titelstory gekommen) ein sehr interessantes Interview mit dem Elitenforscher Michael Hartmann aufgefallen…hab mir dann den Stern mit Erlaubnis von Klaus dem Fitnessstudio-Inhaber mit nach Hause genommen und jetzt zitier ich bzw. schreib ich aus diesem Artikel einfach ab…
 
 
"Das Gerede von der Leistungselite soll doch nur Privilegien absichern"
 
Wer klug und fleissig ist, schafft es nach oben. Das ist ein Märchen. Es ist die Gnade der richtigen Geburt, die eine Spitzenposition garantiert. Wichtig ist, sagt der Elitenforscher Michael Hartmann,  schon als Kind den souveränen Umgang mit Macht erlernt zu haben.
 
Michael Hartmann, 55, ist Professor für Soziologie an der technischen Universität Darmstadt. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit dem Führungspersonal der Bundesrepublik. Er kennt das Milieu von Kindesbeinen an: "Mein Vater war Finanzchef des Bistums Paderborn. Bei uns am Abendbrottisch ging es um die Auseinandersetzungen im Erzbistum, um Prälat, Generalvikar, Kardinal. Um Millionäre, die keine Kirchensteuer zahlen wollten, aber sich Sorgen machten um die angemessene kirchliche Beerdigung…"
 
Stern: Wissen sie, wie der Duden "Elite" definiert? 
Hartmann: Nein
Stern: Als "Auslese der Besten".
Hartmann: Das ist eine Definition, die nichts mit unserer Wirklichkeit zu tun hat. Ich habe gerade in einer Studie Frankreich, Großbritannien – also Länder mit Elite-Einrichtungen – untersucht, habe mir auch die USA angeschaut: Es gibt definitiv keinen Zusammenhang zwischen dem wirtschaftlichen Erfolg eines Landes und seinen elitären Bildungseinrichtungen. Was es allerdings gibt: Je exclusiver und teurer die Elite-Einrichtungen sind, desto größer sind die sozialen Unterschiede, desto aggressiver sind auch die Lebensbedingungen, desto rauer der Alltag. In Großbritannien und in den USA ist jeder Fünfte arm – in Skandinavien jeder Zehnte. Die Wahrscheinlichkeit, in Großbritannien oder in den USA überfallen, ausgeraubt oder ermordert zu werden, ist um ein vielfaches höher als in den
skandinavischen Ländern. Wir (Bundesrepublik) sind eindeutig auf dem Weg zum rauen, zum amerikanischen Modell.
 
Das war ein Auszug aus dem Stern-Interview mit Michael Hartmann. Das Interview führte Arno Luik.
 
* Michael Hartmann: "Eliten und Macht in Europa",
Campus, 268 S. 19,90 Euro 
 
Die Bankpiraten.Thorsten Wambach. Die Bankpiraten von Thorsten Wambach (fotocommunity.de)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s