Von Angesicht zu Angesicht

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Für meine Geliebte…
 
ein Gedicht von Manfred Hausmann
 
Von Angesicht zu Angesicht
 
 
Komm doch und setz dich auf mich, rittlings, zum kyprischen Opfer!
Lehn meinen Schenkeln dich an, die ich zur Schräge gestellt!
 
So ist es gut. Ich verspüre sie kaum, die Last deiner Hüften.
Schmieg die pentelischen Knie rechts mir und und links an die Brust!
 
Ach, du weißt es nicht und kannst es auch, Atthis, nicht wissen,
wie es das Auge entzückt, wie es das Herz mir erregt,
 
wenn das Glück, das die Göttin dir schenkt, und das angstvolle Fragen
in dem Lächeln sich zeigt deines geliebten Gesichts.
 
Die so oft mich verführt, die feine Schwellung der Lippen
teilt sich ein wenig und läßt seufzend den Atem hindurch.
 
Hilflos suchen die Augen umher mit zitternden Lidern,
während in ihrem Gold grünliche Funken entstehen.
 
Eine Strähne fällt des zerrüttenten Haars auf die Schläfe,
wie du vornübergebeugt, Reiterin, schneller dich regst.
 
Schneller hüpft auch das liebliche Paar deiner Brüste mit ihren
rosigen Mündern, von selbst drängen die Knospen sich vor.
 
Da berührt Aphrodites Hand deinen Schoß, und ein Leuchten,
das ich noch nie gesehn, heiligt dein Mädchengesicht.
 
Mich durchzucken zugleich die glühenden Blitze des Himmels,
Dein entrücktes Gesicht, Göttliche, macht mich zum Gott.

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